Freitag, 2. Januar 2015

Rezension: Dead of Winter

Cover-Design
Worum geht's?

Man kennt das. Irgendwo bricht ein Virus aus und gefühlte 28 Tage später laufen die Toten umher und haben einen zum Fressen gern. Wenn es dann auch noch tiefster Winter ist, ist die Freude groß. Eine Gruppe Überlebender hat sich ein einer Kolonie zusammengetan, um gemeinsam gegen die Untoten zu kämpfen und den Fortbestand des eigenen Daseins zu sichern. Blöd nur, dass man bei so vielen "Mitbewohnern" nie genau weiß wer hier wirklich im Sinne der Gruppe handelt und wer seine eigenen Ziele verfolgt.

(Kleine Warnung, der Text ist etwas länger geworden;) )

Das Hauptbrett - Die Kolonie

Wie geht das?

Bevor der Überlebenskampf richtig losgeht, müssen sich die Spieler erst einmal auf ein Szenario einigen. Entweder sucht man gezielt eins aus, oder man lässt den Zufall entscheiden. Zehn verschiedene Szenarien sind im Spiel enthalten, jedes davon mit einer normalen und einer "Hardcore"-Variante.

Beispiel-Szenario "We need more samples"

Auf der Karte mit dem Szenario stehen auch weitere Angaben zum Aufbau, die ausgeführt werden müssen. Toll ist, dass auf jeder Karte auch direkt steht, ob das jeweilige Szenario viel, wenig oder "mittel viel" Zeit in Anspruch nimmt. So kann man schon im Vorfeld abstimmen, wie lang man in etwa spielen möchte.

Nachdem das Hauptziel allen klar ist, bekommt jeder Spieler ein Geheimes Ziel. Diese Ziele stehen für die verborgenen Bedürfnisse der jeweiligen Spieler und sind mindestens genau so wichtig wie das Missionsziel. Die Krux: Zu Beginn wird auch ein "Betrayer"-Ziel mit eingemischt, so dass es innerhalb der Gruppe auch einen Verräter geben kann, der nur seine eigene Agenda durchziehen möchte. Über diese Geheimen Ziele darf man während des gesamten Spiels nicht reden und man darf sie auch niemandem zeigen, so dass man sich nie sicher ist: Ziehen alle an einem Strang oder gibt es einen Egomanen? Doch egal ob Verräter oder nicht, manchmal stehen die eigenen Ziele stark mit dem Missionsziel und/oder dem generellen Leben in der Kolonie in Konflikt, so dass man nie weiß, wem man wirklich trauen kann und wem nicht.

Jeweils ein Beispiel für Betrayer-Ziel und ein normales Ziel

Damit man nicht ganz mit leeren Händen beginnt, erhält jeder Spieler 5 zufällige Startkarten aus dem "Starter Item-Deck". Diese Karten bilden in der Regel ein gutes Fundament für das weitere Vorgehen, sind aber zum Einen schnell verbraucht, zum Anderen in manchen Situationen nur bedingt einsetzbar.

Die 5 möglichen Startkarten


Was dann noch fehlt, ist eigentlich klar: Die Überlebenden! Jeder Spieler bekommt 4 Karten vom "Survivor-Deck" und sucht sich von diesen Karten dann 2 aus. Die anderen werden zurück ins Deck gemischt und können im weiteren Spielverlauf wieder auftauchen. Jeder Überlebende hat eine besondere Fähigkeit, die je nach Situation mal mehr, mal weniger hilfreich sein kann.

Vier Überlebende

Bei der Wahl der Überlebenden sollte man schon gut auf sein persönliches Ziel, das Missionsziel und auch auf die eigenen Handkarten schauen. Besitzt man zu Beginn schon keine Medizin, sollte man eventuell nicht den Überlebenden nehmen, dessen Sonderfähigkeit mit Medizin in Verbindung steht. Von seinen 2 Charakteren ernennt man noch einen zum Anführer der eigenen Gruppe (kommt links neben die Reference-Karte), der andere kommt in den "Follower"-Bereich (unterhalb der Reference-Karte).

Die Reference-Karte

Der Spieler, dessen Anführer nun den höchsten Einfluss hat - das ist die Zahl oben rechts im roten Kreis - wird zum Startspieler und erhält das Messer.

Eine Runde besteht im Prinzip aus 2 Phasen, die sich aber in mehrere Unterpunkte gliedern. Man beginnt mit der "Player Turns Phase".

Bevor es damit richtig losgeht, wird eine Krisenkarte aufgedeckt. Diese steht für - wer hätte das gedacht - eine Krise, mit der die Überlebenden in der Kolonie fertig werden müssen.

Beispiel für eine Krise

Um eine solche Krise zu überstehen, müssen die Spieler bestimmte Karten aus ihrer Hand verdeckt in die "Crisis Contribution" spielen. Warum verdeckt? Nun, vielleicht möchte ja einer der Spieler gar nicht, dass die Krise überwunden wird. Schafft die Gruppe es nämlich nicht die geforderte Anzahl an Karten zu liefern, geschieht in der Regel etwas schlimmes. Also kann man als Verräter auch eine ganz andere Karte dort ablegen, um der Gruppe zu schaden.

Nachdem die Krise bekannt ist, würfeln alle Spieler noch mit ihren Würfeln. Man hat zu Beginn einer Runde immer für jeden Überlebenden einen Würfel plus einen Extrawürfel (Im normalen Spiel startet man also mit 3 Würfeln). Die gewürfelten Ergebnisse bleiben nun so liegen und bestimmen im weiteren Verlauf die möglichen Aktionen.

Nun fängt der Startspieler an und kann verschiedene Aktionen ausführen. Einige davon fordern den Einsatz eines Würfels, andere nicht. Um jetzt nicht den Rahmen zu sprengen, gehe ich nur auf ein paar ein.

Die beiden wichtigsten Aktionen, die einen Würfel benötigen, sind Attack und Search, also angreifen und suchen. Suchen ist dabei relativ einfach. Jeder Überlebende hat auf seiner Karte ein Lupensymbol mit einer Zahl daneben. Steht dieser Charakter auf einem Ort mit einem Item-Deck, kann der Spieler einen Würfel, der mindestens die Zahl des Lupensymbols zeigt, benutzen, um sich eine Karte von dem Item-Deck des Ortes anzusehen.

Die 6 Orte des Spiels mit ihren Item-Decks

Ist die Karte zufriedenstellend, behält man sie einfach. Hat man jedoch auf etwas anderes gehofft, so kann man "Lärm" machen und weitersuchen. Dazu setzt man einen Lärm-Chip auf den Ort und zieht eine weitere Karte. Ist auch diese nicht das Gesuchte, kann man das ganze wiederholen, bis kein Platz mehr für Lärm-Chips ist. Von allen Karten darf man aber trotz allem nur eine behalten. Die nicht gewollten Karten werden unter das jeweilige Deck gelegt.

Eine Suche, die ganz schön viel Lärm verursacht hat

Der Angriff funktioniert eigentlich auch ganz einfach. Steht ein Überlebender auf einem Ort, an dem sich auch Zombies aufhalten, so kann man diese angreifen. Wie beim Suchen muss man dafür einen Würfel benutzen, der dem Angriffswert des kämpfenden Überlebenden entspricht oder ihn übertrifft. Der Kampf gegen den Zombie ist an sich immer erfolgreich und der Untote kommt vom jeweiligen Ort. Das Problem ist nur, dass sich die meisten dieser Viecher ja doch irgendwie wehren. Und da kommt das wohl größte Unheil von Dead of Winter ins Spiel: Der "Exposure"-Würfel.

Die große Gefahr im Spiel!

Jedes Mal, wenn man einen Zombie bekämpft, muss man diesen 12-seitigen Würfel würfeln. Würfelt man eine leere Seite, passiert nichts. Bei einem Blutstropfen erhält man eine "normale" Wunde und bei einem Eiskristall bekommt man eine "Frostbite"-Wunde, die jede Runde eine weitere Wunde hinzufügt. Erhält ein Überlebender 3 Wunden, ist er tot und kommt aus dem Spiel. Ein paar Wunden sind aber in der Regel immer ganz gut zu ertragen, doch was diesen Würfel im wahrsten Sinne des Wortes tödlich macht, ist der Zahn. Würfelt man dieses Symbol, ist der kämpfende Charakter sofort tot. Einfach so. Und noch schlimmer: Sind noch andere Überlebende am gleichen Ort, dann verbreitet sich dieser Effekt. Dann hat man die Wahl: Tötet man den schwächsten (= Charakter mit dem wenigsten Einfluss) Überlebenden gleich hinterher und beendet das ganze direkt, oder lässt man das Schicksal entscheiden. Wählt man die zweite Option, muss man wieder den roten Würfel werfen. Würfelt man dann jedoch etwas anderes als eine leere Seite, so stirbt der jeweilige Charakter auch wieder sofort und der "Bite Effect" geht wieder auf den nächsten Spieler über. So können eventuell viele Charaktere in kurzer Zeit das Zeitliche segnen. Wichtig dabei ist: Immer wenn ein Charakter stirbt, verliert die Gruppe einen Moralpunkt. Sinkt die Moral irgendwann im Spiel auf 0 ist das Spiel vorbei und in der Regel verloren - es sei denn, man ist Verräter.

Die Spieler haben - wie schon erwähnt - auch Aktionsmöglichkeiten, die keinen Einsatz eines Würfel erfordern. So kann man Karten ausspielen oder Karten in die Crisis Contribution spielen, oder aber auch Überlebende bewegen. Jeder Charakter darf pro Runde nur einmal bewegt werden. Spielt man dazu eine Fuel-Karte, also Benzin aus, so "fährt" man quasi zu dem Ort. Macht man das nicht, watschelt man durch den Schnee und muss unseren Freund, den roten Würfel würfeln.

Eine wichtige "kostenlose" Aktion ist die Exil-Abstimmung. Hat man den Verdacht, dass ein Spieler gegen die Gruppe spielt, so kann man zur Abstimmung aufrufen, um diesen Spieler ins Exil zu verbannen. Gelingt diese Abstimmung, so werden alle Charaktere des jeweiligen Spielers aus der Kolonie verbannt und er muss bekannt geben, ob er ein Verräter war oder nicht. In beiden Fällen zieht er aber ein neues "Exiled"-Ziel, dass sein eigenes Ziel an die neuen Gegebenheiten anpasst. Außerdem darf dieser Spieler keine Karten mehr zur Krise hinzufügen und muss auch nicht mehr mit durchgefüttert werden.

So macht also jeder Spieler reihum all seine Aktionen. Ein besonderes Feature in Dead of Winter sind die sogenannten "Crossroad"-Karten. Beginnt ein Spieler seinen Zug, muss der Spieler zu seiner rechten eine dieser Karten ziehen. Darauf steht zu allererst ein Auslöser, den der lesende Spieler im Kopf haben muss. Löst der aktive Spieler diese Bedingung aus, so wird das Spiel kurz angehalten und die gesamte Karte wird vorgelesen. In der Regel wird der Spieler vor eine Wahl gestellt, bei der beide Optionen mit Konsequenzen verbunden sind.

Beispiel einer Crossroad-Karte

Sind alle Spieler mit ihren Zügen fertig, geht es weiter mit der Colony-Phase. In dieser Phase werden 7 Punkte abgehandelt, die den Spielern das Leben schwer machen. Als erstes müssen die Charaktere, die momentan in der Kolonie sind, mit Essen versorgt werden.

Der Essensvorrat der Kolonie
Für je 2 Überlebende muss ein Food Token aus dem Vorrat genommen werden. Schafft man das nicht, kommt ein "Starvation"-Chip in den Vorrat, der nicht wieder verschwinden kann. Für jeden dieser Chips verliert man dann 1 Moralpunkt. Lässt man die Kolonie länger hungern, steigt der Moralverlust also stetig an. Eigentlich ist das mit dem Füttern gar nicht so schwierig, wären da nicht die hilflosen Überlebenden, die es im Spiel gibt.

Hilflose Überlebende in der Kolonie

Diese Hilflosen stehen für Kinder oder Senioren, die zwar auch in der Kolonie leben, aber nicht wirklich mit anpacken können. Dummerweise müssen diese Leute auch durchgefüttert werden, so dass sie bei der Essensberechnung mitgezählt werden müssen.

Als nächstes wird der Müll in der Kolonie überprüft. Spielt man in seinem Zug eine Karte aus, landet sie in der Regel auf dem Müll-Feld. Für je 10 Karten (abgerundet) verliert die Gruppe wieder 1 Moral. Klingt zunächst hart, aber man kann den Müll in seinem Zug auch entfernen, zumindest Teile davon.

Schritt 3 der Koloniephase ist die Überprüfung der Krise. Die Karten in der Contribution werden verdeckt gemischt und dann aufgedeckt. Für jede Karte mit passendem Symbol rechnet man +1, für jede "falsche" Karte -1. Hat die Gruppe die geforderte Zahl erreicht, passiert nichts. Wurde die Krise jedoch nicht überwunden, passieren die schlimmen Dinge, die auf der Krisenkarte stehen.

Dann kommen neue Zombies ins Spiel. Wie schon beim Essen kommt für je 2 Überlebende ein neuer Zombie zur Kolonie. Bei den anderen Orten wird sogar 1 zu 1 gerechnet. Hat man vorher Lärm an solch einem Ort gemacht, muss für jeden Lärm-Chip mit einem normalen Würfel gewürfelt werden. Bei 1-3 kommt ein weiterer Zombie hinzu, bei 4-6 passiert nichts. Sollte an irgendeinem Ort (auch der Kolonie) ein Zombie platziert werden und alle Plätze dafür sind schon belegt, so stürmt dieser Zombie den Ort und tötet den dort schwächsten Überlebenden.

Erst nachdem das alles abgearbeitet wurde, wird das Hauptziel überprüft.

Jede Runde wird das Ziel überprüft

Wurde das Ziel erfüllt, endet das Spiel. Ansonsten wird der rote Rundenanzeiger um eins nach unten versetzt und der nächste Spieler im Uhrzeigersinn bekommt das Messer als neuer Startspieler. Dann geht wieder alles von vorne los.

Das Spiel endet also, wenn Entweder das Ziel erfüllt wurde, die Moral auf 0 sinkt oder der Rundenanzeiger auf 0 sinkt (in diesem Fall sinkt die Moral auch automatisch auf 0)

Wurde das Ziel erfüllt, überprüft jeder Spieler sein persönliches Ziel. Nur Spieler, die jetzt auch ihr eigenes Ziel als geschafft abhaken können, haben Dead of Winter auch wirklich gewonnen.

Sinkt die Moral auf 0 kann nur noch der eventuelle Verräter schauen, ob er sein Ziel erfüllt hat.

Fazit

Nun ist die Rezension doch länger als gedacht geworden. Auch wenn das alles nach sehr viel klingt, so spielt sich Dead of Winter sehr flott und ist je nach Szenario relativ schnell vorbei. Es gibt wenige Spiele, die so sehr das Setting und die Thematik rüberbringen wie dieses hier. Das Überleben wirkt wirklich wie harte Arbeit und die Tatsache, dass man den anderen Spielern nie wirklich trauen kann, ist auch sehr thematisch.

Ständig muss man abwägen, ob man lieber nach Essen sucht oder vielleicht doch einen Zombie mehr tötet. Und es ist zum Verzweifeln, wenn man nach einer Karte für die Krise sucht und sie einfach nicht findet. Manchmal muss man einfach die bittere Pille schlucken und mit den Konsequenzen leben. Das Gleiche gilt für die Crossroad-Karten. Nehmen wir die Beispielkarte: So verlockend es sein kann ein Pferd zu haben, dass einem bei Bewegungen den roten Würfel erspart, so mühsam kann es sein jede Runde eine zusätzliche Nahrung für eben jenes Pferd zu beschaffen. Da überlegt man sich doch zweimal, ob man das Pferd dann nicht doch lieber schlachtet.

Für alle, die sich von Zombies nicht so angezogen fühlen: Dead of Winter ist in erster Linie ein Überlebensspiel und kein "Zombie-Spiel". Ich habe das Spiel nun mit ein paar Leuten gespielt, die sonst eigentlich nichts von den Untoten halten und solche Spiele eher meiden. Doch auch diese fanden das Spiel gut und konnten mit den wandelnden Toten gut leben.

Die Zehn Szenarien sind für den Anfang auf jeden Fall genug, um alle Facetten des Spiels kennenzulernen. Es dürfte aber auch nicht schwierig sein, sich eigene Ziele auszudenken. Und wer es ganz hart mag, der kann ja die Missionen im Hardcore-Modus spielen. In der Regel sind dann alle Orte schon voller Zombies...gar nicht so einfach!





Links:

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Meine Top 10-Spiele 2014

Hallo allerseits!

Ja, es gibt mich noch ;-)! Da das Jahr in wenigen Stunden beendet ist, wollte ich euch einfach noch gerne meine spieltechnische Top 10 präsentieren. Gar nicht so einfach, ich hätte auch noch ein paar mehr Spiele reinhauen können. Allerdings wollte ich es jetzt mal auf Spiele beschränken, die ich auch wirklich im Haus habe. Die Reihenfolge spielt übrigens keine große Rolle, ich mache das ganze mal alphabetisch. Die Spiele, die es mir aber so richtig angetan haben, werden aber natürlich auch dementsprechend im kurzen Text gewürdigt ;-). Hier ist also meine Top 10:


Abluxxen

Den Anfang macht dieses kleine Kartenspiel, das ich zunächst nur online in der Brettspielwelt gespielt habe. Auf der Messe gab es Abluxxen dann relativ günstig, so dass ich zugeschlagen habe. Seitdem wurde es schon oft gespielt. Einfache Regeln und kurze Runden machen das Spiel zu einem guten Einstiegsspiel bzw einem netten Absacker.


Abyss

Zu Weihnachten habe ich dieses Spiel bekommen und eigentlich habe ich es seitdem auch nur ein einziges Mal gespielt. Trotzdem finde ich es echt klasse! Die Grafik ist einfach nur schön anzusehen und die Spielmechanik ist sehr "gestreamlined". Es sieht zwar aus wie ein "böses" Spiel, aber im Endeffekt ist es ein nettes Kartensammeln.


Dead of Winter

Auf dieses Spiel habe ich so dermaßen lange gewartet! Ich habe es mir kurz vor Weihnachten selbst gekauft und seitdem schon ganze 14 Mal gespielt! Dead of Winter spielt sich sehr atmosphärisch und sorgt mit eventuellem Verräter und den Crossroad-Karten für ein besonderes Flair. Hierzu werde ich definitv bald ein Review schreiben!


Die Legenden von Andor: Die Reise in den Norden

Okay, eigentlich ist es nur eine Erweiterung, allerdings ist diese so opulent wie andere eigenständige Spiele. Die Story aus Teil 1 wird toll mit neuen spielerischen Elementen und erzählerischen Optionsmöglichkeiten weitergeführt. Jetzt fehlt nur noch der dritte Teil zum großen Andor-Glück ;-).


Fungi

Ein Spiel, in dem man Pilze sammelt. Ich war anfangs schon ein wenig skeptisch, als ich nur das Thema hörte, aber Fungi ist ein schönes, flottes Kartenspiel für 2 Spieler. In meinem diesjährigen Lettland-Urlaub kam es mehrmals zum Einsatz. (Sogar an der Flughafenkontrolle, da auf dem Röntgenbild des Koffers nicht ersichtlich war, was genau das ist...)


La Cosa Nostra

Das erste Spiel, bei dem ich selbst als Spieletester und anschließend als Messesupporter tätig war. LCN ist ein Garant für jede Menge Lacher und tiefschürfende Feindschaften (die nach Spielende wieder beiseite gelegt werden). Ich habe es selbst schon oft gespielt und jeder, der es zum ersten Mal spielt, ist sehr davon angetan. Die freien Verhandlungen und der wie von allein eintretende Gangsterslang sind grandios :-D.


Om Nom Nom

"Geht es da um Essen?" ist glaube ich die Frage, die bisher immer gestellt wurde, wenn ich dieses lettische (und auch in Lettland gekaufte^^) Spiel auf den Tisch bringe. Wer auf kurzweiligen Spaß mit bis zu 6 Spielern steht und sich gerne darüber ärgert, dass mal wieder alle die gleiche Idee hatten, für den ist das Spiel sehr geeignet. Und man lernt sogar was! Ich wusste nicht, dass Igel Frösche fressen ;-).


Russian Railroads

Das einzige Worker Placement-Spiel in meiner Liste. Dafür aber auch ein verdammt gutes! Bisher habe ich es geschafft von Spiel zu Spiel mehr Punkte aus den ganzen Optionen zu quetschen. Auch zu zweit ist RR echt gut, was an dem angepassten Spielplan auf der Rückseite liegt.



Splendor

Okay, die Verpackung ist für den Inhalt echt ein wenig groß. Aber das sinnige Inlay hat schon seine Berechtigung und mich stört es ehrlich gesagt auch nicht. Das Spiel ist nämlich echt gut! Leicht verständlich und im Prinzip auch schnell gespielt. Und wenn meine Freundin schon von sich aus sagt, dass sie das Spiel auf der Messe kaufen möchte...dann darf man nicht zögern ;-).


Tragedy Looper

Unverhoffterweise habe ich das Spiel doch noch auf der Messe kaufen können und bin sehr froh darüber. Man könnte es als "Mastermind mit Story" bezeichnen, mache ich aber nicht. Es ist viel mehr. Ich habe mittlerweile eine feste Gruppe, mit der ich TL spiele. Ich bin zwar immer das Mastermind hinter den Tragödien, aber mir macht das Spaß, da man die anderen Spieler so schön ärgern kann!


So, das waren also meine spielerischen Highlights aus dem Jahre 2014. Welche Spiele haben euch in diesem Jahr so beeindruckt?

Samstag, 25. Oktober 2014

ESSEN 2014 - Rückblick III

Tag 3 meines Messebesuchs war...

Samstag - Gaming with friends

Der Samstag auf der Messe war ein insgesamt echt toller Tag, da ich mit einer Gruppe von Freunden unterwegs war. Mit dabei war auch meine bessere Hälfte, die ihren Messe-Aufenthalt im Gegensatz zum Vorjahr verdoppelt hat - auf 2 Tage ;).

Wir haben schön viel gespielt, auch wenn es insgesamt nicht unbedingt Spiele waren, die ich unbedingt testen musste. Hier mal ein paar Bilder und Kurzeindrücke zu unserem Pensum.

Mascarade

Kurzes Kartenspiel mit verdeckten Charakteren. Ab und an weiß man dann schon gar nicht mehr, wer man eigentlich selbst gerade ist. Mir hat es nicht sonderlich gut gefallen, da es meiner Meinung nach versucht "Coup" zu kopieren - und das eher schlecht. Aber vielleicht trügt da auch nur der Ersteindruck.
Ca$h 'n' Gun$

Das kannte ich schon vorher, aber zum Einen wurde es in einer neues Version veröffentlicht und zum Anderen kannten es meine Mitstreiter noch gar nicht. Wir haben direkt 2 Runden gespielt, weil es echt spaßig ist und in der neuen Version noch 1-2 Neuerungen einbringt, die sehr gelungen sind.
Ciúb

Ein Würfelspiel, bei dem man versucht Siegpunktkarten zu ergattern. Mehr als "nett" war es letztendlich nicht...und wenn man nicht am Zug ist, ist es auch nicht sonderlich spannend, den anderen beim Würfeln zuzusehen...
Pandemic Survival

Mit meiner treuesten Pandemie-Gefährtin, die auch Teil der Samstagstruppe war, hatte ich mich im Vorfeld schon für das Pandemie-Turnier angemeldet. In Kurzform: Wir haben verloren, waren aber immerhin im Mittelfeld. Es war eine coole Erfahrung und ich würde es gerne noch einmal versuchen!
Zombie Mania

Ein Spiel von Herrn Knizia, das mich ein wenig an Heckmeck am Bratwurmeck erinnert hat. Jeder hat Zombies im Haus und versucht sie zu vertreiben. Wer es schafft eine ganze Runde ohne Zombies im Haus zu "überleben", gewinnt. Für Kinder ist es bestimmt toll, als Erwachsene waren wir etwas unterfordert.
Caro

Sehr einfach von der Aufmachung her und auch die Regeln sind bestechend einfach. Man legt Holzklotz an Holzklotz und versucht die größtmögliche Anzahl an Punkten zu erzielen. Würde ich mir jetzt nicht zwingend sofort kaufen, aber wiederspielen würde ich es!
Riff Raff

Ein wackeliges Piratenschiff wird mit Holzteilen beladen, wenn etwas runterfällt bekommt man alles, was man nicht fangen kann und wer nach 10 Runden die wenigsten Teile hat, gewinnt. Klingt nach Kinderspiel, hat aber auch uns sehr viel Spaß gemacht. Eignet sich bestens als Trinkspiel ;).
Bite Night

Das Spiel war etwas durchwachsen, was eventuell auch an der Erklärungsrunde am Stand liegen könnte. Man sammelt Symbole, die einem am Ende hoffentlich Punkte bringen. So ganz weiß man das aber nie...ich glaube, mit ein paar Kniffen könnte man das aber noch gut hinbekommen.
Mops Royal

Auch dieses Spiel wirkt erst etwas kindisch, aber man kann doch schon viel taktieren und planen. Durch Gevatter Zufall muss man ein 5x5-Raster aus Teilen legen, die dann am Ende punktebringend "abgearbeitet" werden sollen. Wieder etwas, das ich nicht dringend haben muss, aber sonst gerne spielen würde.


Von zwei Spielen habe ich leider keine Fotos gemacht. Einmal "Lemminge", was gut für kurzweiligen Spaß gesorgt hat und "Witches", dem Nachfolger von Wizard. Das hat mir gut gefallen und im Endeffekt ärgere ich mich darüber, dass ich es nicht auf der Messe gekauft habe. Aber das kann ich ja noch nachholen ;).

Der Tag war alles in allem sehr toll, da es selten vorkommt, dass wir in dieser Konstellation aufeinandertreffen. Und meine bessere Hälfte hat meine beste Freundin endlich mal kennengelernt. (Und beide reden noch mit mir, es kann also nicht so schlecht gewesen sein^^)

Mittwoch, 22. Oktober 2014

ESSEN 2014 - Rückblick II

Weiter geht es mit meinen Eindrücken der Spielemesse 2014.

Freitag - Erklärbär

Am zweiten Tag der Messe gab es für mich nur eine Aufgabe: La Cosa Nostra an Mann und Frau bringen! Ein Freund von mir hat dieses Spiel über mehrere Jahre hinweg entworfen, illustriert, verbessert und nun eben auch veröffentlicht. Da ich für den Freitag auch selbst nicht viel vorhatte, habe ich ihm meine Hilfe an seinem Stand zugesagt.

Somit bin ich zum ersten Mal mit einem Ausstellerausweis in die Messe gekommen, bevor alle anderen normalsterblichen Besucher die Möglichkeit dazu hatten. Was war das für ein toller Anblick! Leere Stände, verlassene Gänge...was würde ich dafür geben, die Messe mal einen Tag lang im laufenden Betrieb so für mich zu haben! Um euch mal einen Eindruck davon zu verschaffen, hier ein Bild vom Pegasus-Bereich:


Wer auf der Messe war, weiß wie voll es sonst bei Pegasus ist :D.

Nun gut, ich hab dann meine Position bei Hard Boiled Games eingenommen und den ganzen Tag lang La Cosa Nostra erklärt und stellenweise auch selbst mitgespielt, falls mal Not am Mann war. Das war zwar stellenweise etwas anstrengend (besonders für die Stimme), aber echt cool. Anscheinend habe ich eine Art Verkaufstalent, denn die meisten, denen ich das Spiel erklärt habe - sei es während einer Runde am Tisch oder einfach nur beim Zuschauen einer solchen Runde - haben sich das Spiel danach auch gekauft. Hier seht mich mal bei der Arbeit ;):

Das Foto wurde vom Spiele-Autor selbst gemacht ;)

Besonders gefreut hat mich das Natürlich für besagten Freund, da ich das Gefühl hatte, sein Spiel kommt verdammt gut weg bei den Leuten! Da habe ich während der Messe andere Stände gesehen, bei denen in vier Tagen nicht so viel los war wie hier an einem. Ab irgendeinem Zeitpunkt mussten wir sogar anfangen Reservierungen für Spielerunden einzurichten, um dem Ansturm einigermaßen gerecht zu werden.


Zum Abschluss noch etwas besonders cooles. La Cosa Nostra wurde über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert. Sehr erfolgreich, möchte ich nebenbei anmerken. Eines der Goodies, die man sich durch eine angemessene Finanzspritze sichern konnte, war eine grafische Darstellung seiner selbst im Spiel. So gibt es nun also meines Wissens nach vier Karten, auf denen Supporter als Gangster zu sehen sind. Einer dieser treuen Fans ist sogar im Outfit seines Kartenspiel-Ichs zur Messe gekommen und hat ein kleines Fotoshooting über sich ergehen lassen. Das sah einfach zu genial aus! Damit ihr auch mal sehen könnte, wie gut das geworden ist, hier einmal das Beweisfoto:

Bild von der offiziellen La Cosa Nostra FB-Seite

Ziemlich gut, oder?

Insgesamt war es ein echt cooler Tag und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Die Atmosphäre bei uns am Stand war immer total locker und man hatte auch viel Zeit für Späße hier und da. Würde ich gerne wieder machen, wenn Hard Boiles Games wieder was raushaut ;).

Dienstag, 21. Oktober 2014

ESSEN 2014 - Rückblick I

Nachdem ich in den letzten Wochen drei Posts zum Thema Essensvorbereitungen geschrieben habe, kommt jetzt quasi die "Verdauung", also mein persönlicher Rückblick.

Donnerstag - Gucken und Kaufen

Den ersten Tag der Messe habe ich ohne Begleitung verbracht. Das war von vornherein klar und ist für mich auch nicht weiter tragisch. Die Zeit habe ich genutzt, um mir viele Spiele anzusehen, mir einen Überblick über alles zu verschaffen und natürlich auch um schon ein paar Spiele zu kaufen. Wie schon im letzten Jahr wurden wieder die Hallen 1, 2 und 3 benutzt, inklusive der Galeria. Neu hinzugekommen ist Halle 4 - die aber ziemlich uninteressant war. Dorthin hat man die Aussteller verfrachtet, an denen man sonst vermutlich auch einfach nur vorbeigegangen wäre. Auf BoardGameGeek hat es jemand auf den Punkt gebracht. Mit den Spielen dort werden Probleme gelöst, die man nie hatte. Zum Beispiel "Backgammon für 3 Spieler". Braucht keiner. Naja.

Halle 3 war wie immer extrem voll, was daran liegt, dass alle großen Verlage dort angesiedelt waren. Ich würde ja, um das alles demnächst etwas zu entzerren, die beiden großen Aussteller Pegasus und Kosmos in Halle 4 stecken und dafür dann Halle 3 etwas entspannen. Dann würde sich alles etwas gleichmäßiger verteilen und die Gänge wären nicht so vollgepackt.

Natürlich habe ich auch etwas gespielt. Nicht viel, aber das war am Donnerstag auch nicht mein Tagesziel.

Pandemic - Contagion

Das Kartenspiel, bei dem man selbst der Virus ist, der die Welt "angreift". Nettes Spiel, aber letztendlich hat es mich doch nicht so vom Hocker gerissen. Vermutlich werde ich es mir kaufen, wenn es auf deutsch erscheint. Habe es aber immerhin zweimal gespielt.
Die Staufer

Eigentlich ein recht schönes und spannendes Spiel mit nettem Einsatz der Meeples. Sie sind neben Einsatzfiguren auch gleichzeitig Zahlungsmittel. Habe auf der Messe eine Fünfer-Runde gespielt, die sich durch einige Mitspieler etwas hingezogen hat.



Die Legenden von Andor - Die Reise in den Norden

Das erste Spiel, das ich dieses Jahr gekauft habe. Eine 3er-Gruppe an einem Tisch hat mich gefragt, ob ich mitspielen möchte. Habe natürlich nicht verneint und so meine erste Runde der neuen Erweiterung gespielt. Es ist spielerisch so toll, wie ich es mir erhofft habe :).


Das war es auch schon mit den Spielen, die ich selbst gespielt habe, zumindest für den Donnerstag. Morgen werde ich den nächsten Tag nachlegen. Abschließend aber noch ein paar Bilder der Messe, die ich am Donnerstag noch so geschossen habe.